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Was ist Housing First?

Housing First ist ein moderner und innovativer Ansatz in der Obdachlosenhilfe.
Die Grundidee entstand in den 90er Jahren in den USA und wird seit Oktober 2018 in Berlin umgesetzt. Der Leitgedanke von Housing First Berlin beruht auf der Annahme, dass Wohnen ein Menschenrecht ist. Eine eigene Wohnung dient als Schutzraum und ist die Basis für eine erfolgreiche Lebensbewältigung. Housing First Berlin geht davon aus, dass sich komplexe Problemlagen und besondere Lebenssituationen nur lösen lassen, wenn dieses Grundbedürfnis gesichert ist. Daher steht die Wohnraumversorgung ganz am Anfang und ist nicht an das Unterstützungsangebot gebunden.

Foto: Margarita Stockert

Foto: Margarita Stockert

Sicherer Wohnraum als Voraussetzung für erfolgreiche Hilfe
Die Teilnehmenden werden ohne einen festen Hilfeplan in eine eigene Wohnung gebracht und können unabhängig davon selbst entscheiden, wann sie welche Hilfe in Anspruch nehmen wollen. Die Entkopplung von Mietverhältnis und der Teilnahme an stufenweise vorangehende Hilfemaßnahmen unterscheidet Housing First von herkömmlichen Betreuten Wohnformen. Diese setzen gewöhnlich die Bereitschaft zu Abstinenz, Therapie, beruflicher Eingliederung oder die Umsetzung anderer vereinbarter Hilfeziele voraus.

Housing First Berlin
Das dreijährige Modellprojekt erprobt fundiert und wissenschaftlich begleitet ein eigens ausgearbeitetes Konzept zur Bekämpfung der Wohnungslosigkeit von Menschen mit komplexen Problemlagen. Ein multiprofessionelles Team ermöglicht die Unterbringung im Rahmen eines normalen Mietverhältnisses und eine hoch flexible und professionelle Betreuung auf verschiedenen Ebenen. Die Finanzierung erfolgt aus Zuwendungsmitteln des Landes Berlin und die Umsetzung in enger Zusammenarbeit mit der Senatsverwaltung Integration, Arbeit und Soziales. Innerhalb der Laufzeit sollen so mindestens 40 Menschen einen eigenen Wohnraum beziehen und gemeinsam mit den Fachkräften an der Umsetzung selbst gesteckter Hilfeziele arbeiten.


Housing First setzt da an, wo andere Hilfeangebote keinen Erfolg haben.

Häufig scheitern insbesondere langjährig wohnungslose Menschen mit komplexen psychischen Problemen und Suchterkrankungen an dem herkömmlichen Stufenmodell oder fallen durch die Schnittstellen der verschiedenen Hilfesysteme. Aufgrund ihrer besonderen Situation sind sie oftmals auch nicht in der Lage, dauerhaft an Zielen mitzuwirken, die über das Wohnen hinaus gehen. So verbleiben viele in niedrigschwelligen Hilfesystemen, wie Notunterkünfte und Tagesstätten. Über diese Nutzung hinaus entstehen durch die fehlende Versorgung mit Wohnraum und professionelle Hilfe hohe gesellschaftliche Kosten, etwa durch Notfalleinsätze und Aufenthalte in Krankenhäusern, Psychiatrien, Strafvollzug und stationären Einrichtungen. Housing First bietet hier einen Ansatz, der chronifizierte Obdachlosigkeit weitaus effizienter bekämpfen könnte und den Betroffenen gleichzeitig eine höhere Lebensqualität bieten würde.

Keine Angst vor Wohnungsverlust!
Bei Housing First bildet der vermittelte Wohnraum die Basis für eine Regeneration der Selbsthilfekräfte und eine Aktivierung der vorhandenen Ressourcen. Dadurch wird die zusätzlich angebotene Unterstützung besonders effizient. Das Konzept gewährleistet eine dauerhafte Unterstützung. Das hat unter anderem eine entlastende Funktion, da keine Sorge mehr besteht, dass die Maßnahme und damit auch die Unterbringung im Wohnraum beendet wird, wenn die vereinbarten Hilfeziele nicht erreicht werden. Zum anderen können sich die Unterstützungsangebote von Housing First flexibel auf die Lebensbereiche ausrichten, in denen die Betroffenen tatsächlich etwas erreichen möchten. Das stärkt die Teilhabe und ermöglicht den Fachkräften, auf die individuellen Situationen und Bedarfe ihrer Klient*innen einzugehen.

Das Kurzkonzept von Housing First zum Download.

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