„Die Wohnung soll am Anfang stehen“ – Housing First Berlin im Deutschlandfunk Kultur

Susanne Arlt vom Deutschlandradio Kultur hat im Länderreport unseren Projektleiter Stefan Laurer in einem Telefoninterview zu Housing First Berlin befragt.

Housing First im Ländermagazin Deutschlandfunk Kultur

Was macht Housing First so besonders? Das ist eine der ersten Fragen der Journalistin vom Ländermagazin des Deutschlandfunk Kultur. Im Gegensatz zu der herkömmlichen Wohnungslosenhilfe, wo vor der Erlangung von Wohnraum zunächst ein Hilfeplan erstellt und abgearbeitet werden muss, möchte Housing First genau umgekehrt an das Problem Wohnungslosenhilfe herangehen, antwortet Stefan Laurer.  Die Wohnung soll am Anfang stehen, bedingungslos und unbefristet.

Weiter geht es in dem Gespräch mit dem Deutschlandfunk Kultur um die Frage, warum sich das Konzept, was in den USA seit 30 Jahren existiert, in Deutschland bisher noch nicht durchgesetzt hat. Susanne Arlt verweist dabei auch auf die zahlreichen Studien, die den Erfolg von Housing First belegen. Der Wert der Wohnraumerhaltung liegt beispielsweise bei 80 bis 90 Prozent.

Bei der Vermittlung von Wohnung ist es Housing First wichtig, keine langen Wartelisten zu füllen und die Menschen auf unbestimmte Zeit im Unklaren zu lassen, wann sie eine Wohnung bekommen, erklärt Stefan Laurer. Ziel ist es, den Menschen in vier bis sechs Wochen ein Wohnungsangebot machen zu können.

Dass der Bezug einer Wohnung nach einer Zeit der Obdachlosigkeit auch belastende Momente enthalten kann, darf man bei der Betreuung ehemals obdachloser Menschen nicht vergessen.  Ob polizeiliche Meldung, Anmeldung von Strom oder die Einrichtung der Wohnung – bei einem Einzug muss vieles organisiert werden. Hierbei hilft Housing First Berlin, wo Unterstützung gebraucht und gewollt wird, ganz individuell auf die Person und ihre jeweilige Lebenssituation zugeschnitten.

Wir danken Frau Arlt und dem Ländermagazin im Deutschlandfunk Kultur für das Interesse an Housing First Berlin und das facettenreiche Interview.

Hier der ganze Beitrag aus der Mediathek des Deutschlandfunk Kultur.

Housing First Berlin im Ländermagazin von Deutschlandfunk Kultur
Frau Bujnak auf ihrem Balkon. Sie ist die erste Klientin, die über Housing First Berlin eine Wohnung bezogen hat. Quelle: (picture alliance/Carsten Koall/dpa)

 

 

 

 

Die erste Vermittlung- Housing First Berlin im zibb Magazin

Seit dem Start von Housing First Berlin wurden bislang sieben obdachlose Menschen in ihre eigene Wohnung vermittelt. Wie geht es ihnen in ihren neuen vier Wänden? Und wie geht es weiter?

Das wollte auch Jana Kalms vom RBB wissen. Für das Magazin „zibb – Zuhause in Berlin & Brandenburg“ hatte sie bereits in der Anfangsphase von Housing First berichtet. Dieses Mal besuchten sie und ihr Team unsere Klientin Frau Ingrid Bujnak in ihrem neuen Zuhause. Frau Bujnak ist unsere erste Klientin, die eine vermittelte Wohnung bezogen hat.

Housing First im zibb Magazin des RBB
Quelle: RBB Mediathek

Im Fernsehbeitrag erzählt sie: „Ich bin wieder ein Mensch. Ich kann lesen, schreiben, ich kann Ich sein. Ich kann stolz durch die Gegend laufen. Und wenn mich jemand fragt ‚Wo wohnst du?‘, dann sag ich ‚In Schöneberg‘, fertig. Und nicht mehr ‚Im Obdachlosenheim‘ – Das war das Schlimmste für mich.“

Die Arbeit von Housing First Berlin endet aber nicht mit der Wohnungsvermittlung und dem Einzug, auch das zeigt der Beitrag. Jetzt, wo Frau Bujnak sich eingerichtet hat und angekommen ist, geht es darum, sie professionell zu unterstützen.

Wie die Unterstützung für Frau Bujnak aussieht und was sie für Pläne hat, das schaut man am besten selbst. Hier geht es zum Beitrag in der RBB Mediathek.

Wir danken Frau Kalms, zibb und dem RBB für den tollen Beitrag über unsere Arbeit!