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Was macht Housing First?

Mit Wohnraum versorgen und flexibel unterstützen!
Housing First Berlin ist ein Modellprojekt der Berliner Stadtmission und der Neue Chance gGmbH. Innerhalb von drei Jahren sollen mindestens 40 obachlose Menschen in eine Wohnung mit eigenem Mietvertrag gebracht werden. Gleichzeitig erhalten sie von einem Team aus Fachkräften eine individuell zugeschnittene Unterstützung.

Das Kurzkonzept von Housing First Berlin zum Download.

Housing First ist ein moderner und innovativer Ansatz in der Obdachlosenhilfe

Die Grundidee entstand in den 90er Jahren in den USA und wird seit Oktober 2018 in Berlin umgesetzt. Der Leitgedanke von Housing First Berlin beruht auf der Annahme, dass Wohnen Menschenrecht ist. Eine eigene Wohnung dient als Schutzraum und ist die Basis für eine erfolgreiche Lebensbewältigung. Housing First Berlin geht davon aus, dass sich komplexe Problemlagen und besondere Lebenssituationen nur lösen lassen, wenn dieses Grundbedürfnis gesichert ist. Daher steht die Wohnraumversorgung ganz am Anfang und ist nicht an das Unterstützungsangebot gebunden. Der vermittelte Wohnraum dient als Basis für eine Regeneration der Selbsthilfekräfte und eine Aktivierung der vorhandenen Ressourcen. Dadurch wird die zusätzlich angebotene Unterstützung besonders effizient. Das Konzept gewährleistet eine dauerhafte Unterstützung. Das hat unter anderem eine entlastende Funktion, da keine Sorge mehr besteht, dass die Maßnahme und damit auch die Unterbringung im Wohnraum beendet wird, wenn die vereinbarten Hilfeziele nicht erreicht werden.

Wir sind ein interdisziplinäres Team mit vielfältiger Expertise.
Für die Akquise von Wohnraum und die intensive Betreuung ist das Team von Housing First Berlin multiprofessionell aufgestellt. Damit sollen nicht nur die vielfältigen Anforderungen an die Fachkräfte bestmöglich erfüllt werden, sondern gleichzeitig Beziehungen auf unterschiedlichen Ebenen aufgebaut werden. Die Verbindung der unterschiedlichen Expertise der verschiedenen Berufsgruppen ermöglicht es, den komplexen Problemlagen der Klient*innen gerecht zu werden und flexibel auf die individuellen Bedürfnisse der Teilnehmenden eingehen zu können.

Team Housing First Berlin

Das Team von Housing First von links nach rechts: Rebecca Knop, Kathrin Zipfel, Stefan Laurer, Frank Richter, Corinna Müncho, Sabine Kirchner, Sebastian Böwe

Das allgemeine Fallmanagement übernehmen ausgebildete Sozialarbeiter*innen. Sozialbetreuer*innen begleiten die Teilnehmenden bei der Bewältigung ihrer alltäglichen Aufgaben. Sie bieten im Wohnbereich ganz praktische Hilfe an und unterstützen die Klient*innen dabei, möglichst selbstständig ihren Haushalt zu führen. Die professionellen Hilfeangebote werden ergänzt durch die Mitarbeit von Menschen, die in der Vergangenheit selbst von Obdachlosigkeit betroffen waren. Die sogenannten Peer Group Workers ergänzen die Arbeit der Fachkräfte mit spezifischen Lebenserfahrungen, die sie mit den Teilnehmenden teilen. Die Teilnehmenden erhalten dadurch zusätzlich ein alternatives Beziehungsangebot, bei dem die Gemeinsamkeiten in der Biografie eine wesentliche Rolle spielen. Der Koordinator für Wohnraum arbeitet eng mit den beteiligten Hausverwaltungen zusammen um Wohnungen zu akquirieren und gegebenenfalls eine schnelle Problemlösung zu ermöglichen.

Housing First ist nicht Housing only
Am Anfang steht die direkte Unterbringung im Rahmen eines normalen Mietverhältnisses. Die Teilnehmenden haben über die Wohnungslosigkeit hinaus aber häufig vielfältige Problemlagen, wie Suchterkrankungen und/ oder komplexe psychische Erkrankungen. Gemeinsam mit dem Team aus Fachkräften sollen die Teilnehmenden eigene Ziele zur Verbesserung ihrer Lebenssituation entwickeln. Statt formeller Anforderungen setzt Housing First Berlin hier auf Partizipation und Flexibilität.  Das Team bietet den Teilnehmenden auf vielfältige Weise die Möglichkeit, an den Lebensbereichen zu arbeiten, in denen sie etwas verändern wollen. Das kann der Umgang mit psychischen Erkrankungen aber auch eine Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt sein. Damit kann nicht nur bedarfsgerecht auf die jeweilige Lebenssituation eingegangen werden. Die Teilnehmenden können sich so auch Ziele setzen, die sie nicht überfordern und mit ihren Ressourcen realistisch umsetzbar sind. So soll eine selbstbestimmte Lebensführung erreicht werden, die den individuellen Voraussetzungen angemessen ist. Dazu gehört auch die Anbindung an Unterstützungsangebote und ambulante Hilfeformen in der Nähe des eigenen Wohnraums.

Foto: Nicoll Ullrich

Foto: Nicoll Ullrich


In  diesem Rahmen bietet Housing First Berlin:

    • Akquise und Vermittlung von Wohnungen zur Anmietung
    • Akquise und Aufnahme der Teilnehmenden
    • Anbahnung der Mietverhältnisse
    • Gewährleistung des begleitenden Unterstützungsangebotes für die Teilnehmenden
    • gegenseitigen Informationsaustausch mit den Vermietern

Langfristiger Wohnungserhalt und dauerhafte Verbesserung der Lebensqualität.
Den Teilnehmenden soll bei Housing First Berlin die Möglichkeit gegeben werden, ihre langjährige Obdachlosigkeit zu beenden. Mit dem Einstieg in das Programm erhalten sie in kürzester Zeit eine eigene Wohnung und umgehend Zugang zu vielfältigen Hilfeangeboten. Hierbei geht es vor allem darum, in einem freiwilligen Setting, die Selbsthilfekräfte und Ressourcen der Betroffenen zu mobilisieren. Durch die proaktive und beständige Unterstützung von Fachkräften sollen die Teilnehmenden ein selbstbestimmtes und menschenwürdiges Leben führen können.
Über die Hilfe der Betroffenen hinaus soll das Modellprojekt in Berlin auch als ergänzendes Angebot bestehender Hilfesysteme fungieren, das dort greift, wo es zu Schnittstellenproblemen und Systemüberlastungen kommt. Über Housing First Berlin ist außerdem die Vermittlung in passende ambulante Hilfen möglich. Der Modellcharakter bietet zusätzlich die Möglichkeit, Erfahrungswerte zu sammeln und durch eine fundierte Evaluation Anstöße zu geben, um den konzeptionellen Ansatz von Housing First auf fachlicher Ebene weiterzuentwickeln. Das Land Berlin erhält gleichzeitig die Chance, ein neues Hilfeinstrument zur kosteneffizienten Bekämpfung von Obdachlosigkeit und öffentlicher Verelendung zu erproben.

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